Begegnungen mit sich selbst und anderen

Die Jugendlichen dazu anregen, ehrlich mit sich selbst umzugehen und Fremdem nicht abwertend und vorurteilsvoll zu begegnen, sondern mit Interesse und Neugier: Diese Idee verfolgte der diesjährige Präventionstag an der Orientierungsschule.

Die Inhalte des Präventions tags wurden in Zusammenarbeit mit den Mediatoren, der Schulsozialarbeit und der Schulleitung erarbeitet und in sechs Ateliers aufgeteilt. Im Atelier «Fremde unter uns» erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Menschen zu unterhalten, die über einen Migrationshintergrund verfügen. Dabei gaben auch Jugendliche selbst, welche einen solchen aufweisen, Auskunft. Eine Schülerin dazu: «Im Atelier über Vorurteile gegenüber Ausländern habe ich gemerkt, dass andere Religionen nichts Schlimmes sind. Nur ganz wenige Muslime sind gewalttätig. Die meisten sind ganz liebe und nette Leute, wie du und ich.»

Fühl dich wohl

Den eigenen Körper und sein Aussehen anzunehmen, ist nicht immer ganz einfach. Oftmals haben wir an diesem etwas auszusetzen. Die ganzen Schönheitsideale, welche heute in den Medien präsentiert sind, machen es auch für Jugendliche nicht immer einfach. Im Atelier «Fühl dich wohl in deinem Körper» wurde mit den Jugendlichen über diese Herausforderungen gesprochen. Sich selbst mehr Respekt entgegenzubringen, war eine wichtige Botschaft.

Im Atelier «Ausgrenzung aufgrund von Homophobie» ging es darum, miteinander zu diskutieren, warum Menschen, die nicht der Norm entsprechen, ausgeschlossen und gemobbt werden.

Sich selbst sein

Eine ganz interessante Begegnung durften die Jugendlichen im Atelier von Steven Mack machen. Steven Mack überlebte am 28. Mai 2006 bei einem Pendelsprung von der Ganterbrücke den sicheren Tod, als die Seile rissen. Seit dem Unfall ist er blind. Steven Mack erzählte, wie er in seiner Jugendzeit waghalsige Dinge tat und sich zusehends unbewusst der Linie näherte, die zwischen Leben und Tod steht. Da er in seiner Jugendzeit ausgegrenzt und gemobbt wurde und keinen Ausweg aus dieser Situation fand, suchte er sich im Sport zu beweisen. Auch nach dem Unfall begann er schon bald wieder, waghalsige Kletteraktivitäten zu unternehmen. Seinen eigentlichen Gefühlen nach dem Unfall, welche unter anderem aus Trauer und Wut bestanden, ging er unbewusst aus dem Weg. Während einer 40-tägigen Auszeit in einer Waldhütte fand er dann zu sich und erkannte, dass er seine Gefühle nicht weiter unterdrücken wollte. Den Jugendlichen gab er auf ihrem Lebensweg Folgendes mit: «Ich könnte euch allen euer Freund sein. Für mich spielt es keine Rolle, wie ihr angezogen seid oder wie ihr ausseht. Jeder von euch hat das Recht, so zu sein, wie er ist. Getraut euch, ehrlich mit euch selbst zu sein. Wenn ihr traurig seid, so dürft ihr solche Gefühle zeigen. Das hat nichts mit Schwachsein zu tun. Ihr seid alle liebenswürdig, so wie ihr seid.»

zum WB-Artikel

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