Mobbing in der Schule

Häufige Auslöser für Mobbing können zum Beispiel ungeklärte Konflikte, Verletzungen, unausgesprochene Wut oder unterdrückte Beschämung sein. Sind mehrere Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene zusammen, prallen Wertvorstellungen, Wünsche und verschiedenste Ansichten aufeinander. Dass nicht alle das bekommen, was sie sich wünschen, ist hier naheliegend.

„Oft entsteht Mobbing, weil der Mut fehlt, sich mit der betreffenden Person auseinanderzusetzen, sich auszusprechen.“

Viele Verletzungen passieren, ohne dass die Person, die verletzt, dies bewusst tut. Ohne böse Absicht also. Eine Beschämung kann traurig machen, kann verletzen. Dieses Gefühl wahrzunehmen, zuzulassen und dann auch noch ansprechen zu können, ist schwierig.

So passiert es ganz oft, dass sich Trauer oder Verletzung in Wut umwandeln. Oft entsteht Mobbing, weil der Mut fehlt, sich mit der betreffenden Person auseinanderzusetzen, sich auszusprechen. Es ist meist einfacher, sich einer Freundin anzuvertrauen. Erzählt es diese Freundin dann weiter, kommt es oft zu Halbwahrheiten und zu Gerüchten.

Bei einer Mobbingsituation schliessen sich mehrere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene zusammen, verbünden sich und wenden sich gegen eine einzelne Person.

„Wenn alle dies sagen, stimmt vielleicht wirklich etwas nicht mit mir?!“

Bei der Begleitung von Kinder- und Jugendgruppen wird das Mobbing-Phänomen schnell deutlich. Wenn Kinder als Motiv für das Ausgrenzen keinen wirklichen Grund benennen können, sondern einfach sagen, jenes Mädchen oder jener Junge sei blöd, ist es die Aufgabe der Schulsozialarbeitenden sich gemeinsam mit der Gruppe auf die Suche nach Klärung zu  machen.

Unter Mobbing leiden auch viele Erwachsene. Ist man selbst davon betroffen, sucht man schnell den Fehler bei sich selbst: „Wenn alle dies sagen, stimmt vielleicht wirklich etwas nicht mit mir?!“ Es entsteht Verunsicherung und man reagiert oft seltsam, ängstlich, unsicher, was erneut zu falschen Schlüssen führen kann.

Kommen die Kinder und Jugendlichen mit diesem Thema in Gruppen von sich aus zur Schulsozialarbeit, geht es darum zu schauen, was aktuell gerade passiert. Alle dürfen ihre eigene Wahrnehmung schildern, sagen wie es für sie ist, was für Gefühle ausgelöst wurden und noch immer werden.

„Dass niemand allein ist, ausgegrenzt oder geplagt wird, ist allen wichtig.“

Die Aufgabe der Schulsozialarbeitenden ist es, genauer nachzufragen, zu moderieren, die unausgesprochenen Gefühle zu erfragen oder diese zu benennen.

Spricht jemand, hören die anderen zu. Dies ist nicht immer ganz einfach, klappt aber meist nach kurzem Üben gut. Weiter ist es wichtig, dass sich die Kinder gegenseitig anschauen, also miteinander und nicht übereinander reden. Dies sorgt oft für fröhliches Gelächter, vor allem bei den Kleinen, da es peinlich ist, dem Gegenüber direkt in die Augen zu schauen. Es hilft aber sehr, weil sich die Situation sofort ändert und es viel persönlicher wird.

Sind einmal alle heiklen Punkte angesprochen, zeigen sich die Kinder und Jugendlichen in der Regel schnell bereit, mitzuhelfen, Gruppenregeln zu erarbeiten oder Peacemaker einzusetzen. Dass niemand allein ist, ausgegrenzt oder geplagt wird, ist allen wichtig. Es ist wunderbar mit wie vielen Ideen und Einfühlungsvermögen die Kinder dabei sind und helfen, dass alle wieder dazu gehören können, dass es allen wieder gut geht.

Das Augenmerk liegt auf dem Miteinander. Die Schulsozialarbeit nimmt Mobbingfälle ernst und greift mit diesen und anderen Methoden, Werkzeugen und Hilfsmitteln ein, unterstützt die Lehrpersonen und Eltern und stärkt die Kinder und Jugendlichen in ihrer Sozial- und Selbstkompetenz.

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